Klinik für Anästhesie,
Intensivmedizin, Schmerztherapie und
OP-Management
Unsere Klinik verantwortet das gesamte Spektrum der Anästhesie, Intensivmedizin, Schmerztherapie und des OP-Managements an beiden Standorten der Havelland Kliniken. Jährlich führen wir rund 8.600 Anästhesien durch (Nauen ca. 5.300, Rathenow ca. 3.300) und betreuen kritisch erkrankte Patientinnen und Patienten auf unseren modern ausgestatteten Intensivstationen.
Unser Leitgedanke
Wir verbinden Spitzenmedizin mit individueller Betreuung für Sicherheit, Vertrauen und Ihre bestmögliche Genesung. Das erstreckt sich von der Narkosevorbereitung über die Operation bis zur intensivmedizinischen Versorgung. In unserer Anästhesiesprechstunde beraten wir Sie individuell und gehen auf Ihre Fragen, Sorgen und Ihre persönlichen Wünsche ein.
Chefärztin
Martina Dollman
Fachärztin für Anästhesie und Intensivmedizin, DESA,
Zusatzbezeichnung Intensivmedizin, ABS-Expertin (DGI), Krankenhaushygienikerin
E-Mail: martina.dollman@havelland-kliniken.de
Chefarzt
Dr. Matthias Ingenlath
Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin
Zusatzbezeichnung Intensivmedizin, ABS-Experte (DGI), Krankenhaushygieniker
E-Mail: matthias.ingenlath@havelland-kliniken.de
Sekretariat Klinik Nauen
Tel.: 03321 42-1930
Fax: 03321 42-151036
Sekretariat Klinik Rathenow
Tel.: 03385 555-3100
Fax: 03385 555-3109
Telefonische Auskunftszeiten Intensivstation
Mo – So 09.00 Uhr bis 14.30 Uhr und 18.00 Uhr bis 21.00 Uhr
03321 42-1283
03385 555-3290
Sekretariat Nauen: 03321 42-1930
Sekretariat Rathenow: 03385 555-3100
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Ihnen während unserer Dienstübergaben und Visiten nicht für telefonische Auskünfte oder persönliche Gespräche zur Verfügung stehen können. Nur so können wir reibungsfreie Abläufe zum Wohl unserer Patienten garantieren.
Weitere Ansprechpartner
Klinik Nauen – Leitende Oberärztin
Dr. med. Ulrike Achterberg
Fachärztin für Anästhesie, Akutschmerzdienst, Intensivmedizin, Notfallmedizin
Klinik Rathenow – Oberarzt
Dipl. Med. Volker Jahn
Facharzt für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin
Pflegerische Leitung Intensivstation Nauen und Rathenow
Leistungsprofil
Anästhesie und OP-Management
Operative Eingriffe sind ein zentraler Bestandteil moderner Medizin. Unsere Aufgabe ist es, Ihre Sicherheit und Schmerzfreiheit während der Operation zu gewährleisten. Wir bieten das gesamte Spektrum moderner Anästhesieverfahren an – von der Vollnarkose bis zu Regionalanästhesien. In enger Zusammenarbeit mit den operativen Fachabteilungen wählen wir gemeinsam das passende Verfahren aus.
In unserer Anästhesiesprechstunde erfolgt eine ärztliche Beratung vor dem Eingriff. Diese kann im Aufnahme- und Belegungszentrum oder auf der Station stattfinden. Dabei werden Vorerkrankungen, Medikamente und individuelle Risiken besprochen sowie alle Anästhesieverfahren erklärt. Unser Ziel ist eine optimale Vorbereitung, damit Sie als Patientin/Patient Vertrauen vor der Operation fassen.
Unsere erfahrenen Teams aus Ärzten und spezialisierten Pflegekräften sorgen für effiziente, sichere und patientenorientierte Abläufe vor und nach Ihrer Operation– unterstützt durch modernste Medizintechnik und digitale Dokumentation.
Intensivmedizin
Unsere interdisziplinären Intensivstationen in Nauen (10 Intensiv- und 6 Intermediate Care-Betten) und Rathenow (8 Betten) sind mit modernster Technik ausgestattet. Ein erfahrenes Team aus Fachärztinnen/Fachärzten und spezialisierten Pflegekräften gewährleistet eine Versorgung rund um die Uhr. Ergänzend unterstützen Physiotherapie, Logopädie, Sozialdienst und unsere Arbeit. Ziel ist es, lebenswichtige Funktionen zu stabilisieren, Ihre Genesung zu ermöglichen und den Übergang auf Normalstation oder in die Reha optimal zu gestalten.
Fortbildung und Qualität
Unsere Chefärztinnen und Chefärzte verfügen über ausgewiesene Expertise für Anästhesie, Intensivmedizin, Krankenhaushygiene und Antibiotic Stewardship (DGI). Sie sind die ärztlichen Leiter des ABS-Teams der Havelland Kliniken und engagieren sich in Fortbildungen zu Infektiologie und rationalem Antibiotikaeinsatz. Die Klinik besitzt die Weiterbildungsbefugnis für 48 Monate Anästhesiologie und 18 Monate spezielle Intensivmedizin. Wir verstehen uns als aktiver Weiterbildungspartner für ärztliches und pflegerisches Personal.
Informationen für Angehörige
Angehörige sind ein wichtiger Teil des Behandlungsteams. Persönliche und telefonische Auskünfte sind täglich von 09:00 bis 14:30 Uhr sowie von 18:00 bis 21:00 Uhr möglich. Die empfohlene Besuchszeit liegt zwischen 15:30 und 17:30 Uhr. Besucher melden sich bitte über die Klingelanlage an und desinfizieren beim Betreten und Verlassen der Station die Hände. Kontakt zu Sozialdienst oder Seelsorge vermittelt das Pflegepersonal.
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Weitere Informationen für Angehörige – Intensivmedizin
Ihr Angehöriger wird zurzeit auf unserer Station für Intensivtherapie behandelt. Diese Zeit für Sie sicher mit Fragen und vielleicht auch Sorgen verbunden.
Mit diesen Erläuterungen möchten wir Ihnen helfen, besser mit dieser schwierigen Lebensphase besser umgehen zu können. Dafür geben wir einen genauen Einblick in unseren Stationsalltag. Wir erklären Ihnen, wie wir unsere Patienten auf unserer Station pflegen, überwachen und therapieren. Als nahestehende Person kommt Ihnen in dieser für ihre/n Angehörigen äußerst kritischen Situation eine wichtige Rolle zu. Wir möchten Ihnen deshalb auch Wege aufweisen, wie Sie Ihrer/Ihrem Angehörigen zur Seite stehen können.
Diese Informationen sollen ein vertrauensvolles Gespräch nicht ersetzen. Wir informieren Sie selbstverständlich persönlich und regelmäßig über den Krankheitsverlauf Ihres Angehörigen. Wir möchten Sie ermuntern, uns anzusprechen, wenn Sie beunruhigt sind oder Fragen haben
Ihr Team der Intensivstation
1. Die interdisziplinäre Intensivmedizin stellt sich vor
Patienten, die auf unserer Station liegen, sind kritisch krank und ihr Leben ist möglicherweise bedroht. Sie leiden an einer schweren Erkrankung, haben einen schlimmen Unfall erlebt oder eine komplexe Operation hinter sich. Auf unserer Station werden sie deswegen gewissenhaft und kontinuierlich überwacht, behandelt und therapiert.
Ziel unserer Behandlung ist es, unsere Patienten durch unsere Überwachung und Behandlung so zu stabilisieren, dass sie diesen kritischen Zustand überwinden und auf eine weiterversorgende Station verlegt werden können.
Ein erfahrenes Team ist 24 Stunden für unsere Patienten im Einsatz
Ein engagiertes und erfahrenes Team, modernste Technik, Ausstattung und Therapie sowie die enge Zusammenarbeit mit allen anderen Fachabteilungen garantieren unseren Patienten die vollumfängliche Behandlung und größtmögliche Sicherheit.
Wir haben den Anspruch, auf unserer Station für interdisziplinäre Intensivtherapie Spitzen-Medizin mit individueller Betreuung und Zuwendung zu verbinden. Der achtungsvolle Umgang mit unseren Patienten und ihren Angehörigen liegt uns sehr am Herzen. Alle sollen sich auf unserer Station „gut aufgehoben“ fühlen.
1. 1 Das Team der operativen Intensivstation
Ärzte mit spezieller Qualifikation für Intensivmedizin
Zu unserem Ärzte-Team gehören Fachärzte, die sich auf das Gebiet der Intensivmedizin spezialisiert haben sowie Assistenzärzte für Anästhesiologie. Sie legen den Therapieplan fest und führen medizinische Maßnahmen durch, planen Untersuchungen, stehen im Austausch mit Kollegen anderer Fachgebiete und koordinieren die Zusammenarbeit mit ihnen.
Besonders qualifiziertes Pflegepersonal
Auch die Pflegekräfte haben eine Zusatzausbildung für Intensivmedizin absolviert. Gemeinsam mit den Ärzten überwachen sie die Körperfunktionen der Patienten – je nach Erkrankung z. B. das Herzkreislaufsystem, die Nieren- und Lungenfunktion oder den Stoffwechsel.
Unsere Fachärzte arbeiten im 24h-Dienst, das Pflegepersonal im Dreischicht-System. Diese Betreuung sichert unseren Patientinnen und Patienten rund um die Uhr höchstes fachärztliches und pflegerisches Niveau. Das bedeutet aber auch, dass Ihr Angehöriger nicht immer von denselben Mitarbeitenden versorgt werden kann. In der Pflege versuchen wir für jeden Patienten eine feste Bezugsperson festzulegen.
Spezialisierte Physiotherapeuten
Mit unseren Physiotherapeuten machen unsere Patienten individuelle Übungen wie zum Beispiel Bewegungs- und Atemtherapie, Infarktgymnastik, oder Lymphdrainage. Bei Bedarf können auch Logopäden zur Behandlung hinzugezogen werden.
Sozialteam Unser Sozialteam berät zu allen Fragen und Problemen, die durch die Krankheit und einen Krankenhausaufenthalt entstehen können – ganz gleich ob es sich um persönliche, familiäre, berufliche oder finanzielle Probleme handelt.
Einfühlsame Seelsorger
Unsere Seelsorger verfügen über langjährige Erfahrung im Umgang mit schwerkranken Patienten und deren Angehörigen. Sie stehen Ihnen unabhängig von Ihrer Konfession für Gespräche zur Verfügung. Einen Termin dafür können Sie über unsere Pflegekräfte vereinbaren.
Vor Ort: Röntgenassistenten
Unsere Röntgenassistenten kommen an das Bett des Patienten und röntgen ihn nach ärztlicher Anordnung vor Ort.
1. 2 Unsere Ausstattung: Lebensnotwendige Medizintechnik
Wir haben jeden Patienten im Blick!
Bitte beachten Sie auch, dass die Alarmgrenzen der Geräte individuell für jeden Patienten eingestellt sind. Wir erkennen bei den verschiedenen Alarmen am Ton, ob es sich um eine kleine Abweichung oder um eine akute Gefahr handelt. Mit Hilfe der Monitore haben wir außerdem jeden Patienten ständig im Blick und sind in der Lage, im Bedarfsfall umgehend zu reagieren und die entsprechenden Maßnahmen einzuleiten.
Apparate schaffen Freiräume für Zuwendung
Die moderne Medizintechnik ist eine wichtige Säule unseres medizinischen Alltags. Sie ermöglicht uns, Menschen auch in scheinbar aussichtslosen Situationen eine Chance auf eine vollständige Genesung oder Besserung ihrer Erkrankung zu bieten. Gleichzeitig verschafft sie uns Freiräume für die elementaren Dinge des Lebens, die keine noch so moderne Technik auf der Welt ersetzen kann und auf die wir nicht verzichten wollen: Die sorgfältige, liebevolle Pflege unserer Patienten und die menschliche Zuwendung.
1.3 Die Technik auf der Intensivstation
Der Monitor
Mit dem Monitor überwachen wir Blutdruck, Herzfrequenz und Körpertemperatur des Patienten sowie den Sauerstoffanteil im Blut. Die Monitore sind für uns an mehreren Stellen auf der Station einsehbar. Wir sind auf diese Weise in jedem Patientenzimmer über den Zustand aller Patienten informiert.
Die Beatmung
Das Beatmungsgerät übernimmt das Atmen des Patienten oder assistiert beim Atmen. Im Falle einer Beatmung versetzen wir Ihren Angehörigen in einen schlafähnlichen Zustand (künstliches Koma). Nur so lässt sich erreichen, dass er nicht gestresst ist und den Beatmungsschlauch toleriert. Manche Patienten erhalten auch einen Luftröhrenschnitt. Sie werden über eine Kanüle beatmet und können nicht sprechen.
Die Infusomaten und Injektomaten
Diese Geräte nutzen wir, um unsere Patienten mit Hilfe eines Plastikschlauchs über die Vene mit Medikamenten, Schmerzmitteln, Flüssigkeit und gelösten Nährstoffen zu versorgen.
Die Dialyse
Wenn die Nierenfunktion eingeschränkt ist, übernimmt die Dialysemaschine die Reinigung des Blutes.
Die Ernährungspumpe
Sie dient dazu, den Patienten über eine Magensonde zu ernähren.
Die Absaugung
Da die Patienten Schleim häufig nur schwer abhusten können, saugen wir diesen mit einem Absaugschlauch ab.
Zu den weiteren Körperfunktionen, die wir permanent überwachen, um sie bei Veränderungen rasch möglichst zu behandeln, gehören die Urinproduktion, der Stoffwechsel und die Verdauung.
1.4 Die Zimmer, Betten, Lagerung und Spezialmatratzen
Spezielle Matratzen sollen das Wundliegen oder Entstehen von Geschwüren verhindern. Für besondere Lagerungen stehen uns aufwändige Spezialbetten zur Verfügung.
Die Isolation
Im Einzelfall müssen wir unsere hygienischen Maßnahmen erweitern und das Tragen von spezieller Schutzkleidung anweisen. Ziel ist es, zu vermeiden, dass sich bestimmte Krankheitserreger auf der Intensivstation vermehren, die unsere immungeschwächten und infektionsanfälligen Patienten gefährden könnten. Wir werden Sie darüber informieren und bitten Sie um gewissenhafte Umsetzung der hygienischen Bestimmungen.
2. Ihr Angehöriger auf unserer Station
2.1 Der mögliche Verlauf einer Erkrankung
Es ist nicht immer vorhersehbar, wie lange ein Patient auf unserer Station bleibt. Manche Patienten verlassen uns schon nach wenigen Tagen oder gar Stunden, andere müssen über eine längere Zeit auf unserer Station behandelt werden.
Wir wissen, dass die Zeit der Ungewissheit sehr belastend sein kann – insbesondere, wenn der Gesundheitszustand unserer Patienten beunruhigenden Schwankungen unterliegt.
Weil Sie eine wichtige Bezugsperson unseres Patienten sind und im Rahmen der Therapie eine besondere Rolle einnehmen, versuchen wir, Sie so umfassend und zeitnah wie möglich über aktuelle Entwicklungen im Krankheitsverlauf Ihres Angehörigen zu informieren.
2.2 Die Verlegung auf die Allgemeinstation
Die Behandlung auf unserer Station ist dann abgeschlossen, wenn alle lebenswichtigen Funktionen unseres Patienten wieder stabil sind. Im Anschluss an die Therapie auf unserer Station kommt der Patient zur weiteren Behandlung auf die entsprechende Allgemeinstation der Fachabteilung. Die Kollegen dort werden von uns ausführlich über den Krankheitsverlauf, die Therapie und die Pflege Ihres Angehörigen informiert. Er wird dort weiter behandelt und danach nach Hause entlassen oder in ein Rehabilitationszentrum verlegt. Mitunter kann auch eine direkte Überweisung von der Intensivstation in ein spezielles Rehabilitationszentrum erfolgen.
2.3 Fragen am Lebensende
Der medizinisch-technische Fortschritt und die Errungenschaften der Intensivmedizin machen es uns möglich, die meisten unserer kritisch erkrankten Patienten zu heilen oder zumindest ihren Gesundheitszustand wesentlich zu verbessern.
Doch auch wenn wir uns mit allen uns zur Verfügung stehenden Maßnahmen für die Genesung unserer Patienten engagieren, sind unsere Möglichkeiten begrenzt. Sollte sich der Gesundheitszustand eines Patienten nicht verbessern, sehen wir es als unsere Aufgabe an, den Sinn und das Ziel der Intensivtherapie zu überprüfen. Wir müssen uns kritisch fragen, ob unsere Behandlung das Leiden des Patienten und seinen Sterbeprozess unnötig verlängert. Doch auch in dieser Situation geben wir unsere Patienten nicht einfach auf. Und auch Sie lassen wir nicht alleine. Wir sprechen mit Ihnen über die Situation und treffen gemeinsam mit Ihnen Entscheidungen im Sinne Ihres Angehörigen.
Sollte es notwendig sein, die Therapie Ihres Angehörigen zu begrenzen, ist uns ein wichtiges Anliegen, sein Leiden zu lindern. Wir möchten, dass sich unser sterbender Patient in Ruhe und Würde vom Leben verabschieden kann.
Ein erfahrener Klinikseelsorger leistet unseren Patienten und Ihnen auf Wunsch gerne Beistand. Er kann jederzeit hinzu gerufen werden und unterstützt unsere Patienten und deren Angehörige selbstverständlich unabhängig von ihrer konfessionellen oder religiösen Zugehörigkeit.
2.4 Auskünfte über Ihren Angehörigen
Die Schwestern und Ärzte informieren Sie ausführlich über den Gesundheitszustand Ihres Angehörigen und den Verlauf seiner Krankheit und Therapie. Das Pflegepersonal kann Ihnen Auskunft über seinen allgemeinen Zustand geben, die Ärzte erläutern Ihnen den Verlauf seiner Erkrankung und die geplanten medizinischen Maßnahmen. Wir bitten Sie, nachzufragen, wenn Sie etwas nicht verstanden haben.
Auskünfte erhalten von uns nur die nächsten Angehörigen oder Vertrauten des Patienten sowie sein Betreuer. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass jeweils nur ein Angehöriger als Gesprächspartner benannt wird. Stimmen Sie sich innerhalb von Familie bzw. Freundes ab, wer unser Ansprechpartner ist und wie Sie intern Informationen weitergeben.
3. Was Sie für Ihren Angehörigen tun können
3.1 Der Zustand Ihres Angehörigen
Sie können sich darauf verlassen, dass wir erkennen, wann es ihm schlecht geht und dass wir seine Unruhe, seine Angst oder seinen Schmerz mit geeigneten Mitteln behandeln. Auch wenn er nicht ansprechbar ist, reden wir trotzdem mit ihm und erklären ihm alle Schritte unseres Tuns. Wenn er wach ist, fragen wir ihn natürlich nach seinen Wünschen und Bedürfnissen.
Damit Sie die Verfassung Ihres Angehörigen besser einschätzen können und verstehen, was ihm hilft, möchten wir Ihnen an dieser Stelle Antworten auf einige Fragen geben, die Angehörige immer wieder an uns richten:
Merkt mein Angehöriger, dass ich da bin? Weiß er, was mit ihm geschieht?
Das lässt sich leider nicht immer ganz genau feststellen. Wir gehen aber davon aus, dass unsere Patienten über das Unterbewusstsein Eindrücke verarbeiten und wahrnehmen. Wir möchten Sie daher ermutigen, mit Ihrem Angehörigen zu reden und ihn auch zu berühren. Der vertraute Klang Ihrer Stimme und der Kontakt mit Ihnen werden ihm guttun.
Hat er Schmerzen?
Sind unsere Patienten wach, fragen wir sie regelmäßig nach Schmerzen, um die Dosis des Schmerzmittels optimal anzupassen. Manche Patienten erhalten auch Schmerzmittelpumpen, die sie selbst betätigen, sobald sie Schmerzen verspüren. Patienten im künstlichen Koma werden kontinuierlich Schmerzmittel zugeführt. An bestimmten Faktoren erkennen wir, ob ein Patient Schmerzen hat und passen die Therapie ständig an.
Wieso ist er so unruhig?
Die Unruhe Ihres Angehörigen kann unterschiedliche Ursachen haben. Es kann am Krankheitsbild liegen, an den Medikamenten oder an der fremden Umgebung. Manchmal ist es nötig, Patienten zu ihrer eigenen Sicherheit zu fixieren, damit sie sich nicht versehentlich einen wichtigen Schlauch entfernen oder sich verletzen.
Warum hat mein Angehöriger nur eine dünne Decke?
Sie müssen sich keine Sorgen machen, dass ihr Angehöriger frieren und sich erkälten könnte. Die Patienten der Intensivstation haben oftmals eine erhöhte Körpertemperatur und werden deswegen nur mit einer dünnen Decke zugedeckt.
Sollte ich meinem Angehörigen wichtige Alltagsdinge von Zuhause mitbringen?
Alle Utensilien, die Ihr Angehöriger während seines Intensivaufenthalts benötigt, werden von uns zur Verfügung gestellt. Bitte bringen Sie persönliche Gegenstände und Nahrungsmittel nur nach Rücksprache mit. Sollten wir weitere Hilfsmittel wie Brille, Zahnprothese, Hörgerät benötigen, teilen wir es Ihnen mit. Lassen Sie Schmuck und Wertgegenstände zu Hause.
3.2 Zu Besuch bei Ihrem Angehörigen
Besuche von Angehörigen sind auf unserer interdisziplinären Intensivstation besonders erwünscht. Persönlicher Kontakt mit ihnen vertrauten Personen fördert das Wohlbefinden und die Genesung unserer Patienten. Wie häufig und intensiv Sie Ihren Angehörigen besuchen können, hängt jedoch von seiner Belastbarkeit, der Art seiner Erkrankung und seiner Therapie ab. Denn Besuche können für Ihren Angehörigen nicht nur wohltuend, sondern auch anstrengend sein.
Wir möchten Ihnen deswegen einige Regeln vorstellen, mit deren Hilfe Sie Ihre Besuche im Sinne Ihres Angehörigen planen und organisieren können:
– Grundsätzlich bestimmt jeder Patient selbst, von wem er besucht werden möchte. Sollte er nicht in der Lage sein, sich zu äußern, entscheidet der oder die betreuende Angehörige.
– Besuche sollten nahestehenden Angehörigen und wichtigen Bezugspersonen vorbehalten bleiben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Sie während der Besuche nicht immer ungestört lassen können.
– Bitte besuchen Sie Ihren Angehörigen maximal zu zweit, um ihn nicht zu sehr anzustrengen. Wenn Sie mit mehreren Besuchern gemeinsam auf die Station kommen, treten Sie bitte abwechselnd ans Patientenbett. Diejenigen, die warten müssen, können sich in dieser Zeit im Besucherzimmer aufhalten.
– Kinder unter zwölf Jahren sollten ihren Angehörigen nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt besuchen.
3.3 Wie Sie Ihrem Angehörigen beistehen können
Für manche Patienten, die schwer erkrankt sind und sich lange auf unserer Station aufhalten müssen, ist es sehr schwierig, sich auf unserer Station zu orientieren. Das äußert sich darin, dass sie ihre Umgebung nicht richtig erkennen oder durcheinander wirken. Die Gründe dafür sind sehr unterschiedlich, doch diese Zustände sind vorübergehend. Versuchen Sie ruhig und zuversichtlich zu sprechen. Wenn Ihr Angehöriger nicht antworten kann, stellen Sie Ihm bitte keine Fragen.
Haben Sie keine Scheu, Ihren Angehörigen anzufassen, die Hand zu halten oder die Wange zu streicheln. Wir zeigen Ihnen gerne, wie Sie ihn berühren können, ohne seine medizinische Behandlung zu stören.