Klinik für Psychiatrie,
Psychotherapie und Psychosomatik
In 2025 haben wir die psychiatrischen, psychotherapeutischen und psychosomatischen Angebote am Standort Nauen neu aufgestellt.
Die drei klinischen Stationen, die bisher im Haupthaus angesiedelt waren, teilen sich nun ein eigenes Gebäude mit der Psychiatrischen Tagesklinik (TK) und der Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) Nauen. Zusammen bilden diese drei Bereiche das Zentrum für Seelische Gesundheit Havelland (ZSGH).
Dieses versteht sich als Anlaufstelle für Menschen mit einem Hilfebedarf bei seelischen Krisen und akuten oder chronischen psychischen Erkrankungen.
Hierfür steht ein professionelles Team von Mitarbeitenden aus dem ärztlichen/psychologischen und pflegerischen Bereich sowie verschiedene Spezialtherapeuten und -therapeutinnen zur Verfügung.
Das ZSGH sieht sich der bedürfnisorientierten Behandlung verpflichtet. Dies gilt auch für Patienten, die im Rahmen des gesetzlichen Auftrages der Klinik unter geschützten Bedingungen behandelt werden.
Das Leistungsspektrum umfasst die Diagnostik und Behandlung aller psychischen Störungen in akuten Bedarfssituationen sowie die psychotherapeutisch-psychosomatische Behandlung von Patientinnen und Patienten ab dem 18. Lebensjahr.
Chefarzt
Dr. med. Matthias Theophil
Facharzt für Neurologie und Psychiatrie
· Psychotherapie
· Forensische Psychiatrie
Sekretariat Klinik Nauen
Tel.: 03321 42-1940
Fax: 03321 42-151035
Weitere Ansprechpartner
Klinik Nauen – Leitende Oberärztin
Birgit Schätzmüller
Fachärztin für Psychiatrie,
Psychotherapie/ Verhaltenstherapie
Klinik Nauen – Leitende Psychologin
Dipl.-Psych. Christiane Klausner
Psychologische Psychotherapeutin
Klinik Nauen – Oberärztin
Dr. med. univ. Figen Kesici
Fachärztin für Nervenheilkunde
Psychoonkologische Betreuung
Mia Topalaj
Psychologische Psychotherapeutin i.A. (TP/PA)
Onkologische Tagestherapie
Tel.: 03321 42-1670
E-Mail: mia.topalaj@havelland-kliniken.de
Leistungsprofil
Stationäre Behandlung
Wir können die Behandlung aller psychiatrischen Krankheitsbilder in Akutsituationen gewährleisten. In Fällen stationärer psychiatrischer Behandlungsbedürftigkeit von Müttern im Zeitraum nach der Entbindung können wir im Einzelfall auch eine Aufnahme von Mutter und Kind anbieten, sofern der Säugling nicht älter als sechs Monate ist.
Mit unseren vollstationären Behandlungsplätzen können wir unserem Versorgungsauftrag für den Altkreis Nauen gerecht werden und ggf. auch Patienten mit Wohnorten außerhalb dieses Einzugsgebietes behandeln. Die Stationen verfügen über Zweibettzimmer mit eigenem Bad und befinden sich in einem modernen Einzelgebäude in unmittelbarer Nachbarschaft zur Klinik Nauen. Durch die Nähe zur Notfallversorgung und den somatischen Kliniken ist gewährleistet, dass die psychiatrische Klinik ein integrierter Bestandteil des Krankenhauses ist.
Die drei Stationen sind nach dem sogenannten Heterogenitätskonzept strukturiert. Dies bedeutet, dass Patienten mit verschiedenen Störungs- oder Krankheitsbildern sowie unterschiedlichen Alters und Geschlechts gemeinsam auf einer Station behandelt werden.
Dieser Ansatz stellt eine bewusste Gegenposition zu sogenannten „Spezialstationen“ dar. Unsere Erfahrung zeigt, dass gerade die Durchmischung von Patienten mit unterschiedlichen Lebenserfahrungen eine deutliche Bereicherung des therapeutischen Milieus darstellt. Die störungsspezifische Behandlung wird hingegen hierdurch nicht in Frage gestellt.
Ein besonderes Angebot halten wir für Menschen mit Störungen vor, die einer primär psychotherapeutischen Bearbeitung zugänglich sind, bei denen aber auf Grund des Ausprägungsgrades und / oder der sozialen Umfeldbedingungen ein stationärer Behandlungsbedarf besteht. Das Konzept beinhaltet den Schwerpunkt einer Gruppentherapie.
Es kommen verschiedene psychotherapeutische Verfahren (tiefenpsychologisch, verhaltenstherapeutisch, systemisch) zum Einsatz.
Menschen mit Suchterkrankungen, wie Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit oder Abhängigkeiten von illegalen Drogen (Cannabis, Opiate, Amphetamine u. a.) werden auf einer offen geführten Station behandelt.
Der Hilfebedarf richtet sich hier nach:
- dem Ausmaß der körperlichen Abhängigkeit und eventueller Entzugssymptomatik
- körperlichen Folgeerkrankungen
- sowie der sozialen Situation
Die stationäre qualifizierte Entzugsbehandlung kann allerdings nur der erste Schritt in einem neu zu gestaltenden, suchtmittelfreien Leben sein. Deswegen bahnen wir hier auch die Vernetzung mit anderen Hilfeträgern an.
Nicht-Stoffgebundene Süchte wie z. b. Spiel- oder Computersucht können im Bedarfsfall ebenfalls behandelt werden. Nach einem Vorgespräch oder durch Einweisung über einen Facharzt für Psychiatrie kann der geeignete Behandlungsrahmen, also die Behandlung im tagesklinischen oder auch vollstationären Bereich, vorher geklärt werden.
Die Behandlungsteams bestehen aus Schwestern und Pflegern, Ärzten und Ärztinnen, Psychologen /innen, Ergotherapeuten/ -innen und Sozialarbeitern/-innen, Physio- und Bewegungstherapeuten und -therapeutinnen sowie einer Musiktherapeutin.
Moderne Psychopharmaka stellen für sich genommen keine Lösung psychiatrischer Probleme dar, können aber bei bestimmten psychischen Störungen den Heilungsprozess oder die Stabilisierungsphase entscheidend befördern. Ein ausgewogener Einsatz mit Berücksichtigung der Interaktionen und möglicher Nebenwirkungen ist hierbei besonders wichtig.
Unsere Behandlung orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen des Patienten. In deren Planung beziehen wir den Patienten mit ein. Wir gehen davon aus, dass eine optimale Behandlung gewährleistet ist, wenn herausgearbeitet wird, was der Patient in seiner jetzigen Lebenssituation, die ihn ins Krankenhaus geführt hat, braucht und was wir ihm davon geben können. Selbstverständlich ist die professionelle Kenntnis des Behandlungsteams hierbei Ratgeber und Leitlinie. Trotzdem soll, soweit möglich, individuellen Bedürfnissen Rechnung getragen werden. Dies ist eine Umsetzung des sogenannten „Need Adapted Treatments“ also der bedürfnisangepassten Behandlung.
Im Behandlungsalltag wenden wir auch systemische Konzepte an, die sich in Behandlungs¬konferenzen als spezifischer Visitenform und Netzwerkgesprächen zeigen. Sofern es zum individuellen Fall passt und der Patient selbst es wünscht, werden dabei auch wichtige Bezugspersonen einbezogen. Wir streben somit einen „Trialog“ an, also die gemeinsame Vorgehensweise von Patient, Angehörigen und professionellen Helfern.
Zu einer möglichst optimalen Versorgung gehört auch, die Behandlung über den zeitlichen Rahmen der voll- oder teilstationären Behandlung hinaus zu planen. Daher beziehen wir frühzeitig ambulant behandelnde Ärzte oder andere nachbetreuende Einrichtungen ein und suchen eine enge Kooperation, sofern dies vom Patienten auch gewünscht wird.
Eine wesentliche Rolle nimmt die kritische Auseinandersetzung mit erforderlichen Sicherungsmaßnahmen ein. Wir sind bemüht, allen Patienten größtmögliche Freiheiten zu gewähren. Patienten und Patientinnen mit einem besonderen Sicherungsbedarf werden in einem eigenen geschützten Bereich im Erdgeschoss mit der Möglichkeit des Zuganges in einen Außenbereich behandelt. Auch hier gelten selbstverständlich die gleichen Anforderungen an die Behandlungsqualität.
So erreichen Sie uns:
Ketziner Straße 13
14641 Nauen
Tel. 03321 42-1801
Fax 03321 42-151035
Station P1
Allgemeinpsychiatrie,
Tel. 03321 42-1141
Station P2
Tel. 03321 42-1142
Station Z3
Offene Station mit psychotherapeutischem Ansatz
Tel. 03321 42-1860
Schwerpunkte
Ergotherapie
Die Ergotherapie gehört zu den handlungsbezogenen Therapieangeboten und geht u. a. von der Grundannahme aus, dass der Mensch durch den Gebrauch seiner Hände, wie sie durch Gedanken und den Willen gesteuert werden, den eigenen Gesundheitszustand beeinflussen kann. Sie hat zum Ziel, verlorengegangene bzw. noch nicht vorhandene Handlungsfähigkeiten im Alltag (wieder) zu erreichen. Der Mensch soll die Aufgaben, die er sich selbst stellt und die ihm durch das Leben bzw. die Gesellschaft gestellt werden, für sich befriedigend erfüllen können. Für eine effiziente Handlungsfähigkeit ist Voraussetzung, dass körperliche, geistige und psychische Funktionen weitgehend intakt sind und der Mensch in eine sinnvolle Interaktion mit der Umwelt treten kann.
Die Ergotherapie orientiert sich an den Alltagsproblemen der Patientinnen und Patienten. Sie berücksichtigt deren individuelle Lebensgewohnheiten und knüpft an vorhandene Fähigkeiten an.
In der Ergotherapie wird die Selbstwahrnehmung des Patienten auf das Tun, auf die Aktivität gelenkt, also auf das Können, aber auch auf die Art und Weise, wie der Patient etwas macht. Im Rahmen der Ergotherapie kann der Patient erfahren und spüren, wie er sich anstrengt, konzentriert, durchhält und mit Fehlern umgeht. Er kann erlernen, verlorengegangene Bedürfnisse und Wünsche wahrzunehmen und zum Ausdruck zu bringen. Er kann üben, sich mit seinen Mitmenschen auseinander zu setzen, sich auf sie einzulassen und sich abzugrenzen. Ergotherapie ist Hilfe zur Selbstständigkeit im täglichen Leben und im Beruf. Ergotherapie in der Psychiatrie behandelt Patienten aller Altersstufen mit psychotischen, neurotischen, depressiven und psychosomatischen Störungen sowie Suchterkrankungen.
In der Psychiatrie sind die grundsätzlichen Ziele der Ergotherapie die Entwicklung, die Verbesserung und der Erhalt von:
- Psychischen Grundleistungsfunktionen wie Antrieb, Motivation, Ausdauer, Belastbarkeit, Flexibilität und Selbstständigkeit
- Körperwahrnehmung und Wahrnehmungsverarbeitung
- Realitätsbezogenheit von Selbst- und Fremdwahrnehmung
- Situationsgerechtem Verhalten, sozioemotionalen Kompetenzen und Interaktionsfähigkeiten
- Kognitiven Funktionen
- Psychischer Stabilität und Selbstvertrauen
- Eigenständiger Lebensführung und Grundarbeitsfähigkeit
Im Rahmen der Ergotherapie wird zunehmend Augenmerk auf weiterführende Betätigungs- und Belastungsfelder gelegt. So schließen sich in der Regel oft Arbeitserprobungen unter realen Arbeitsbedingungen in Bereichen wie Verwaltung, Wirtschaft, Garten, etc. an.
Psychoonkologische Betreuung
Für unsere onkologischen Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige bieten wir eine kostenlose psychologische Beratung und Begleitung an.
Krebs ist eine Erkrankung, die die meisten Menschen unerwartet und unvorbereitet trifft. Dies kann in weiterer Folge zu einem sehr belastenden Lebensereignis werden kann. Oft müssen eingreifende Therapien durchlebt und viele Unsicherheiten und Veränderungen im Alltag verkraftet werden. Unangenehme Gefühle wie Angst, Wut, Niedergeschlagenheit und Hoffnungslosigkeit können die Folge sein.
In solchen Situationen kann es helfen, professionelle Unterstützung zu erfahren.
Wir bieten Unterstützung für Betroffene und deren Angehörige während und nach der medizinischen Therapie an:
- Entlastung in Krisensituationen
- Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung
- Reduktion psychischer Belastungen wie Angst und Depression
- Unterstützung im Umgang mit krankheitsbedingten Einschränkungen
- Entspannungs- und Imaginationsübungen
- Informationen zur Gesundheitsförderung
- Unterstützung bei fortschreitender Krebserkrankung
- Vermittlung weiterführender Hilfsangebote
Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, ambulante Psychotherapie (Verhaltenstherapie)
bei einer Krebserkrankung in Anspruch zu nehmen.
Trialog-Seminar
Auch über die Zeit des voll- oder teilstationären Aufenthaltes in der Klinik hinaus ist es unser Anliegen, dass psychisch kranke Menschen Hilfe und Unterstützung im Lebensalltag erhalten. Medizinisch kann diese im Bedarfsfall durch unsere Psychiatrische Institutsambulanz erfolgen. Darüber hinaus arbeiten wir inhaltlich mit der Stephanus-Lichtblick gGmbH zusammen, die in Nauen sowie in Dallgow-Döberitz verschiedene Angebote zu Kontakten, Information und Tagesstrukturierung macht.
Unter anderem findet in den Räumen in Nauen monatlich das von CA Dr. med. Theophil mitgestaltete Trialog-Seminar statt.
So erreichen Sie den Verein Stephanus-Lichtblick gGmbH:
Hertefelder Str. 11a
14641 Nauen
Telefon: 03321 744387
Wilhelmstr.4
14624 Dallgow-Döberitz
Telefon: 03322 429906
Berliner Modell
Unsere Klinik ermöglicht Assistenzärzten u.a. im Rahmen des „Berliner Modells“ die Absolvierung der Psychotherapie-Weiterbildung. www.berliner-modell-tfp.de